Schulter

VERLETZUNGEN DER ROTATORENMANSCHETTE

By 3. September 2021 No Comments

Dass wir unsere Arme drehen und heben können, verdanken wir der Rotatorenmanschette. Ist sie verletzt, müssen die Gelenkkapsel und die umgebenden Bänder ihre Stabilisierungsfunktion mitübernehmen.

Ursachen

Der typische Patient mit einem Rotatorenmanschettenriss ist über 50 Jahre alt und hatte meist davor schon Schulterprobleme. Verschleißerscheinungen im Schultergelenk mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen im Alltag sind für ältere Menschen nicht unüblich. Ist die Schulter bereits vorgeschädigt, können banale Alltagsaktivitäten wie Fensterputzen oder Autowaschen genauso wie sportliche Tätigkeiten mit sich ständig wiederholenden Schulterbewegungen nicht nur Ermüdungserscheinungen sondern auch Risse der Rotatorenmanschette hervorrufen.

Symptome

Manche Risse der Rotatorenmanschette sind schmerzhaft, manche nicht. Komplette Risse der Rotatorenmanschette gehen mit einem erheblichen Kraftverlust in der betroffenen Schulter einher. Der Arm hängt kraftlos herab („drop-arm-sign“) und kann nicht seitlich nach oben abgespreizt gehalten werden („Pseudoparalyse“). Je größer der Riss, umso größer die Schwäche des Schultergelenks. Bei frischen Rissen der Rotatorenmanschette klagen Patienten über heftige lokale Schmerzen begleitet von hörbarem Reissen und Krachen im Schultergelenk.

Therapie

Obwohl mit einer spontanen Heilung des Sehnenrisses nicht zu rechnen ist, sollte man konservative Therapien wie entzündungshemmende Medikamente, Kortison-Injektionen und Physiotherapie nicht unversucht lassen. Ein operativer Eingriff sollte jedoch innerhalb der ersten 6 Wochen nach dem Unfall stattfinden, um ein bestmögliches Ergebnis gewährleisten zu können. In einem sehr fortgeschrittenem Stadium kann nur mehr mit einem neuen Schultergelenk (Schulterprothese) Schmerzfreiheit und Beweglichkeit erreicht werden. Das Therapieprogramm beginnt bereits kurz nach der Operation, wobei in den ersten 6 Wochen Drehbewegungen des Schultergelenks vermieden werden sollten. Das Heben von Gewichten über 10 kg ist in den ersten 3 Monaten gänzlich zu unterlassen und frühestens nach 4 Monaten können aktive Menschen langsam wieder ihren sportlichen Aktivitäten nachgehen.

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