Ellenbogen

ELLENBOGENLUXATION

By 3. September 2021 No Comments

Bei einer Ellenbogenluxation handelt es sich um eine vollständige Ausrenkung des Ellenbogengelenks zwischen dem Oberarmknochen und den beiden Unterarmknochen. Die Klassifikation richtet sich nach der Stellung des Unterarms im Verhältnis zum distalen Oberarm. Man unterscheidet zwischen hinterer, vorderer, die Elle und Speiche betreffende sowie divergierenden Luxationen des Ellenbogengelenks. Die häufigste Ellenbogenverrenkung ist die hintere Ellenbogenluxation.

Ursachen

Bei einer Ellenbogenluxation springt ein Knochen aus dem Gelenk. Ausgelöst wird diese Verrenkung durch einen Sturz oder eine Gewalteinwirkung auf den gestreckten oder überstreckten Ellenbogen. Zumeist wird bei einem Sturz der Ellenbogen nach hinten überstreckt, was nicht nur eine entsprechende Verrenkung des Gelenks, sondern auch eine Verletzung der Kapsel- und Bandstrukturen bzw. Knochenbrüche zur Folge hat.

Symptome

Nach einer Ellenbogenluxation treten sofort Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Bereich des Ellenbogens und des Unterarmes auf. Schwellungen, Blutergüsse sowie Sensibilitätsstörungen sind möglich. Die Schmerzen können besonders stark sein, wenn beim Sturz ein kleiner Knochenvorsprung der Elle oder des Speichenköpfchens abgebrochen ist. Reißen zusätzlich noch die Bänder an der Seite der Elle, spricht man von einer „Unhappy Triad“. Sensibilitätsstörungen im Bereich der Finger oder des Unterarmes treten dann auf, wenn bei der Ellenbogenluxation auch Nerven betroffen sind.

Therapie

Eine Ellenbogenluxation sollte so schnell wie möglich von einem Experten oder unter Narkose reponiert (eingerenkt) werden. Ist eine sofortige medizinische Versorgung nicht möglich, sollte das ausgerenkte Gelenk ruhig gestellt bzw. fixiert werden, um die umgebende Muskulatur, Nerven und Blutgefäße nicht zu verletzen. Zur Linderung der Schmerzen vor der Reposition kann das Gelenk mittels „Coolpack“ gekühlt werden. Wird die Ellenbogenluxation operiert, wird dem Patienten postoperativ ein Oberarmgips angelegt, sodass der Arm in einer rechtwinkeligen Position gehalten wird. Nach etwa einer Woche kann der Gips abgenommen und eine Orthese (Schiene) angepasst werden, in der das Gelenk für etwa 6 Wochen stabilisiert wird. Um eine Gelenkversteifung zu vermeiden, sollte der Ellenbogen bereits in dieser Zeit regelmäßig bewegt werden.

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