Schulter

KALKSCHULTER

By 3. September 2021 No Comments

Eine Kalkschulter kann jahrelang „stumm“ verlaufen und keine Beschwerden verursachen. Sie tritt häufig erstmals zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr auf und betrifft wesentlich öfters Frauen als Männer.

Ursachen

Die Kalkschulter kann in manchen Fällen eine lange Vorgeschichte haben, bis sie ausbricht und dem Betroffenen unerträgliche Beschwerden beschert. Charakteristisch ist der phasenhafte Verlauf mit akuten schmerzhaften Krisen, die über mehrere Wochen andauern können. Auslöser für eine Kalkschulter sind Unfälle mit Sehnenrissen, Überbeanspruchungen, Alterungsprozesse oder eine Minderdurchblutung der Sehnen. Es bilden sich erbsen- bis mandelgroße Kalkdepots im Bereich der Schulter, die als solche im Röntgen gut erkennbar sind. Je mehr Kalk sich dort ablagert, desto enger wird es unter dem Schulterdach. Dies führt zur Überreizung und heftigen Entzündungsreaktionen.

Symptome

Alltägliche Bewegungen wie Wäsche aufhängen, Haare kämmen oder Geschirr aus einem höheren Regal entnehmen, sind für Patienten mit einer Kalkschulter fast unmöglich. Plötzlich stechende Schmerzen, Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulter, Lähmungsgefühle des betroffenen Arms, Bewegungseinschränkungen sowie Nackenschmerzen zählen zu den häufigsten Symptomen der Kalkschulter. Die schlimmsten Beschwerden treten in den Phasen der Kalkeinlagerung und Auflösung des Kalkdepots auf. Nicht selten kann ein phasenhafter Verlauf mit intervallartigen stärkeren und schwächeren Schmerzen über Tage oder Wochen, aber auch mit Phasen der Beschwerdefreiheit beobachtet werden.

Therapie

Im Akutstadium, wenn der Kalkherd durchbricht, können die heftigen Schmerzattacken mit entzündungshemmenden Medikamenten oder Kortison-Injektionen eingedämmt werden. Unterstützend helfen Eispackungen und die Anwendung von Stoßwellentherapie. Dafür sind zumeist 4 bis 6 Sitzungen notwendig. Bei chronischen Verläufen werden Wärmeanwendungen als angenehm und schmerzreduzierend empfunden.

Wenn Physiotherapie, Druckpunktmassagen, Ultraschallbehandlungen sowie Selbst- und Bewegungstraining nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann der Kalkherd auch mittels Arthroskopie entfernt werden. Ist das Kalkdepot aufgelöst oder operativ entfernt, gilt der Patient als geheilt, und es besteht keine Rückfallgefahr. Sportliche Aktivitäten sind 4 bis 6 Wochen postoperativ wieder möglich.

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