Regenerative Medizin

KNORPELZELLTRANSPLANTATION

By 3. September 2021 No Comments

Knorpeldefekte an diversen Gelenken haben vielfältige Ursachen und können zu unangenehmen Beschwerden und Schmerzen führen. Die Knorpelzelltransplantation hilft dabei, starke Knorpelschädigungen an Hüfte und Knie sowie im Sprunggelenk vorzubeugen und den körpereigenen Gelenkknorpel möglichst lange zu erhalten. Sie ist bekannt als Operation mit sehr guten Erfolgsaussichten und wird am häufigsten bei Knorpelschäden am Knie durchgeführt.

Knorpelzelltransplantationen bei größeren Knorpelschäden

Dank eines innovativen Operationsverfahrens, der Knorpelzelltransplantation, können schwerere, gut begrenzte Knorpelschäden mithilfe von körpereigenen Knorpelzellen erfolgreich behoben werden. Die Vorteile dieser autologen Chondrozyten-Transplantation (ACT) sind Schmerzreduktion, verbesserte Beweglichkeit und Belastbarkeit, der Wiederaufbau der Knorpelschicht sowie die Vermeidung eines Gelenkersatzes. Damit ist erstmals eine vollständige Heilung von Knorpeldefekten möglich.

Während einer Arthroskopie wird eine kleine Menge an Knorpelgewebe aus einem gesunden, nicht belasteten Bereich entnommen und in ein Speziallabor gebracht, wo die Zellen nach einem speziell entwickelten Verfahren ohne Zusatz von antibiotischen Mitteln herausgelöst und vermehrt werden.

Wie schnell wieder fit nach einer Knorpelzelltransplantation?

Zirka 4 Wochen nach der Entnahme werden die gezüchteten Knorpelzellen über ein Trägermaterial (Matrix) im Rahmen eines zweiten minimal-invasiven Eingriffs in das defekte Gelenk eingebracht. In den nächsten Wochen und Monaten wachsen die eingesetzten Knorpelzellen weiter und werden nach etwa 12 Monaten zu einem hyalinartigen Knorpel. Für die nächsten 6 Wochen wird die Teilbelastung des Kniegelenks mit 10 bis 20 kg Körpergewicht und begleitende Physiotherapie empfohlen. Nach etwa 8 Wochen ist normales Gehen wieder möglich, nach 3 Monaten Radfahren, Nordic Walken und Skilanglaufen.

Voraussetzung für die Knorpelzelltransplantation sind eine gerade Beinachse, intakte Bänder, ein zum Großteil vorhandener Meniskus sowie ein nicht zu stark geschädigter gegenüberliegender Knorpel.

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